Die digitale Disruption des Social Media Managers.

MRH_SWCC.jpg

Gestern habe ich dabei geholfen, dass für die Digitalisierung des Bereichs "Tourismus" der Metropolregion Hamburg (MRH) ein aktuelles "Social Web Command Center" (SWCC) aufgesetzt wurde. Diese Tools (entweder nur eines, wie z.B. www.hootsuite.com , oder - wie in unserem Fall - Hootsuite Pro, plus audiense, Fanpage Karma und tweetarchivist) dienen dazu grundlegende Kommunikationsprozesse zu automatisieren, Communities zu managen, Social-Media-Aktivitäten zu monitoren, Miss-/Erfolge zu bewerten und im Team gemeinsam im Social Web am Rechner oder am Smartphone/Tablet zu planen und zu interagieren. Wer sich dafür interessiert, sollte sich den Leitfaden der Braunschweigischen Stiftung anschauen: https://www.die-braunschweigische.de/…/DBS_E-Paper_Digitale… .
Hier werden solche Tools, aber besonders ihre Anwendung sehr gut beschrieben.

 

Schon solche SWCC führen dazu, dass sich die Arbeit der Social Media Manager (SMM) extrem vereinfacht hat.
Heute habe ich mir aber die aktuellen Lösungen angeschaut, die für sich in Anspruch nehmen, dass sie durch eine Künstliche Intelligenz "betrieben" werden. Ich hatte mich schon vor Tagen bei 4 dieser Angebote angemeldet:
https://metigy.com/product
https://www.meetcortex.com/
https://sysomos.com/
https://albert.ai/
Sie bieten eine Reihe von Automatisierungen, die klassische SWCC nicht besitzen. Auch die Kombination von Auswertungen in Echtzeit mit Hinweisen zu "Kampagnen-Optimierung" gefällt mir. Jedes dieser Tools geht anders vor. Das eine legt mehr Wert auf Content, das andere wertet "Konkurrenten" aus und baut aus deren Erfolge Vorschläge für die eigene Optimierung. Selbsterklärend ist das alles (noch) nicht, aber diese Art von Social Media Tools steht auch erst ganz am Anfang und mir macht es einfach Spass mit ihnen zu spielen.

 

Mit Carolin Matysek aus der Leitung des MRH-Projekts habe ich mich noch darüber unterhalten, ob und wie wir in Zukunft eine KI für uns einsetzen können. Das zu klären war aber gestern nicht möglich, da ganz handfest gearbeitet werden musst. Heute würde ich sagen, dass ich ein Tool wie Metigy gerne neben unseren SWCC laufen lassen möchte und lernen will, ob wir nach und nach unsere Arbeit damit verbessern können. Ich denke, spätestens in einem Jahr kann man dann überlegen, ob und wie wir Kommunikation und Kampagnen durch KI-Tools verbessern, ausbauen, oder ersetzen können. Da, wie gesagt, dieses Segment noch sehr jung ist, wird es sicherlich in den kommenden Monaten viele neue Angebote dazu geben und ich freue mich schon auf die https://worldsummit.ai/ im Herbst in Amsterdam, wo genau solche Tools vorgestellt werden.

 

Wir sprachen auch darüber, wie sich die Arbeit einer Social Media Managerin in den kommenden 3 Jahren wohl verändern wird. Unser Fazit: Der Beruf wird sich stark verändern. Klassische SMM werden keine Chance mehr haben, ihre Arbeit ohne diese Tools erfolgreich zu bewältigen. Dazu ist ein Daten-getriebenes Marketing einfach komplex, zu schnell und zu sehr zersplittert. Es wäre so, als ob man Aktien handeln will, aber dabei auf die Hilfe jeglicher Maschinenlernen/KI-Anwendungen (die heute bereits den gesamten Finanzsektor steuern) verzichten will. Eine endlose, aufreibende und wohl nicht sehr erfolgversprechende Angelegenheit. Ich denke, wir werden immer weniger SMM und mehr datenfixierte Content-/Community-Manager haben, die ihre Arbeit mit KI-Tools automatisieren und so viele MitarbeiterInnen in der Kommunikation überflüssig machen. Im Agenturbereich sind heute schon Unternehmen wie https://afrogleap.com/ oder https://fourkind.com/ ein Beispiel dafür.

 

Wir werden im MRH-Projekt auf jeden Fall dran bleiben und alle KI-Tools, die uns sinnvoll erscheinen, testen und einsetzen. Die grosse Herausforderung hierbei für uns ist allerdings, dass wir uns auch vom 2-dimensionalen "Transmedia Storytelling" verabschieden werden, um in einer Art "3D Storytelling" Informationen, Kommunikation und Medien im Raum (Stadt, wie Land) touristisch zur Verfügung zu stellen.
Das wird einer der kommenden Workshops werden, um dabei eine gemeinsame Strategie mit und für die Projektpartner zu entwickeln. Mir schwebt hierbei eine Strukturierung, eine Vereinheitlichung des Vorgehens vor, um für alle einen handfesten Leitfaden dazu zu entwickeln.

 

Werde darüber weiter berichten.

Frank Tentler